FOCUSING

"Das Große ist nicht, dies oder das zu sein, sondern man selbst zu sein."
Sören Kierkegaard

 

Focusing

Focusing ist von dem amerikanischen Philosophen und Psychotherapeuten Prof. Eugene T. Gendlin in den 1960er Jahren aus der Klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie begründet und seither kontinuierlich auch als effektive eigenständige Therapiemethode weiterentwickelt worden. Focusing (- Therapie) bedeutet, mit der Resonanz des Körpers zu arbeiten.. Es ist ein körpertherapeutisches Verfahren.

Focusing bedient sich einer Form der nach innen gerichteten körperlichen Aufmerksamkeit, die – beginnend mit körperlichen Erfahrungen – in der Zone zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten geschieht.

Was anfänglich nur eine vage Empfindung, ein Etwas ist, führt bald zu einer körperlich gespürten Bedeutung, die jeden Moment ganz spezifisch neu entsteht und mit der man arbeiten kann.

Dieses „Etwas“ wird im Focusing mit felt sense bezeichnet. Er liegt „unter“ den Emotionen, die uns vertraut sind, wie Ärger, Freude, Trauer, Angst, ....

 

Da der Körper, der ich bin, vom Zeitpunkt der Empfängnis an in Wechselwirkung mit der Umwelt ist, hat er alles, was ich schon erfahren habe, aufgenommen, verarbeitet und zu seinem Eigenen gemacht. Es ist sozusagen sein Eigenes geworden. Das gilt nicht nur für körperliche Vorgänge, sondern für alle Lebensvorgänge insgesamt. Der Körper ist in jeder Situation und jede Situation ist im Körper (Eugene Gendlin).

So wird mit Focusing der psychische Prozess beschrieben, der in einem Menschen abläuft, wenn er sich zu seinem eigenen inneren Erleben hinwendet. Es ist eine Methode, die die Signale des Körpers in Beziehung setzt zu unseren tiefliegenden Prozessen, diese durch Wahrnehmungsschulung bewusst macht und damit wieder eine innere Ordnung herzustellen vermag. Der Körper gilt hierbei als Basis für vertieftes Selbstempfinden und Präsenz.

Diese achtsame, absichtslose innere Athmosphäre, die gleichwohl von Selbstmitgefühl durchdrungen ist, wird also zur Erkundung der körperlich – seelischen Selbstorganisation genutzt. Hier kann Focusing geschehen. Und es ist auch jene Arbeitsathmosphäre, in welcher ich die Klientin/den Klienten einladen werde, in Beziehung zu sich selbst und zu den aktuellen Themen zu sein.

Meines Erachtens ist es gleichermaßen für uns alle von großer Bedeutsamkeit, solche mitfühlende, bewusste Beziehung zu sich selbst aufzunehmen – und zu allem, was sich im Innern zeigen möchte, was gesehen und angenommen werden will.

Für mich steht außer Frage, dass die Klientin/der Klient im therapeutischen Prozess weiterhin für sich selbst und aus sich selbst heraus die Antworten findet, die dem Leben und der Lebendigkeit dienlich sind.