FOCUSING

"Wenn Achtsamkeit etwas Schönes berührt, enthüllt sie dessen Schönheit.
Wenn sie etwas Schmerzhaftes berührt, verwandelt und heilt sie es." Thich Nhat Hanh

 

Achtsamkeit

Unsere automatisierten, mechanisch ablaufenden Denkmuster sind das Gegenteil von Achtsamkeit. Achtsamkeit besteht in vollständiger Bewusstheit bezüglich all dessen, was in uns (in Körper und Geist) und um uns herum von Moment zu Moment geschieht, also Bewusstheit darüber, was wir sehen, hören, fühlen (körperlich und emotional) und denken.

Unser Geist jedoch wird häufig von allen möglichen Gedanken und Assoziationen fortgetragen. Manchmal verweilen wir in der Vergangenheit, dann wieder planen wir in die Zukunft, all das läuft durcheinander. Abgelenkt, zerstreut und verwirrt entfernen wir uns von der unmittelbaren Wirklichkeit um uns herum. Wir sind uns kaum bewusst, was gegenwärtig geschieht: die Welt um uns, unsere Empfindungen, wie sich unsere Gedanken überschlagen. Insbesondere verlieren wir den Zugang zu den grundlegenden Wahrnehmungen, die hinter all diesen gedanklichen Prozessen und auch hinter Gefühlen und Emotionen liegen.

Was kann also Achtsamkeit im beratenden und therapeutischen Kontext bedeuten und bewirken?

Die Geisteshaltung der Achtsamkeit teilt nicht ein in „gut oder schlecht“, „richtig oder falsch“, sondern beobachtet lediglich, was geschieht. Was wir sehen, hören, fühlen (körperlich und emotional): Anspannung, Schmerz, Langeweile, Angst, .... Was auch immer es ist, das da geschieht, es ist in dem Augenblick da, wenn ich es wahrnehme, also akzeptiere ich meine Wahrnehmung in diesem Moment - und lasse sie gleichzeitig auch wieder los.

Mit anderen Worten, Achtsamkeit im beratenden und therapeutischen Kontext bedeutet eine Grundhaltung größtmöglicher positiv gefärbter Aufmerksamkeit auf sich selbst (im Sinne von Selbstmitgefühl) in Bezug auf alle gegenwärtigen Erfahrungen, Erlebnisse und Körperempfindungen.
In dieser achtsamen mitfühlenden Geisteshaltung, sich selbst gegenüber, drücken sich Respekt, Selbstannahme und Absichtslosigkeit aus und der eigene Organismus kann sich tief entspannen und damit auf tiefster Ebene Selbstfürsorge erfahren.

Selbstakzeptanz, Selbstvertrauen, Integrität und damit einhergehend eine stabilere Gesundheit können die natürlichen Folgen unserer Bereitschaft sein, mehr und mehr im Augenblick zu leben, gegenwärtig zu sein.